Leitungen mit Warmwasserspeicher

Warmwasserspeicher richtig entkalken

Geht es um die Pflege des Warmwasserspeichers, kommt einem regelmäßigen Entkalken eine große Wichtigkeit zu. Doch wie ist dabei eigentlich vorzugehen?

Vor der Entkalkung sollte idealerweise bereits das benötigte Werkzeug bereitgelegt werden, ebenso wie das entsprechende Zubehör. Dieses umfasst etwa neue Dichtungen, einen Schlauch und eventuell auch eine Schutzanode. Dann sind sowohl der Boiler als auch der Wasserspeicher von der Stromversorgung zu trennen und die Wasserzufuhr abzudrehen. Im Anschluss ist außerdem das vorhandene Wasser im Speicher vollständig abzulassen.

Im nächsten Schritt wird der Reinigungsflansch geöffnet und der sich in diesem befindliche Heizstab herausgezogen. Der Stab ist sorgfältig zu reinigen – in einigen Fällen ist es außerdem nötig, die Schutzanode auszutauschen. Der Abschluss der Arbeit besteht darin, den Boiler beziehungsweise den Warmwasserspeicher wieder zusammenzubauen, die Wasserzufuhr zu öffnen und den Strom einzuschalten. So lässt sich prüfen, ob der Warmwasserspeicher wieder ordnungsgemäß funktioniert.

Falls Unsicherheit hinsichtlich der beschriebenen Arbeitsschritte besteht, ist es grundsätzlich besser, einen Fachmann mit der Entkalkung des Warmwasserspeichers zu beauftragen. Der folgende Artikel bietet jedoch eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit welcher das korrekte Entkalken des Speichers kein Problem darstellen sollte.

Kalkansammlung im Warmwasserspeicher – Woher kommt sie?

Das Wasser wird in einem Boiler beziehungsweise einem Warmwasserspeicher ähnlich wie in einem herkömmlichen Wasserkocher erhitzt. Abhängig von der Härte des Wassers, der verwendeten Wassermenge und der Wassertemperatur kommt es zu einem Kristallisieren der Mineralien, die sich im Wasser befinden. An dem Heizstab setzen sich diese in Form von Kalk ab. In welchen Abständen eine Entkalkung des Warmwasserspeichers grundsätzlich nötig ist, ist somit ebenfalls von diesen drei Faktoren abhängig. Die Kalkablagerungen am Heizstab zeigen sich als umso stärker, desto höher die Temperatur, desto härter das Wasser und desto größer die entnommene Wassermenge ist.

In Deutschland verfügt der Großteil der Haushalte über recht hartes Wasser, was bedeutet, dass dieses große Mengen an Magnesium und Kalzium enthält. Der zuständige Wasserversorger kann über die individuelle Wasserhärte eine nähere Auskunft erteilen. Für ihn besteht eine gesetzliche Pflicht, pro Jahr einmal bekannt zu geben, welche Wasserhärte das Leitungswasser aufweist. Angeben wird der Wert dabei in „Grad deutscher Härte“. Ein Wert unterhalb von 8,4 gilt dabei als weich, eine mittlere Härte entspricht den Werten 8,4 bis 14 und Werte über 14 kennzeichnen eine hohe Wasserhärte.

Die Folge eines verkalkten Warmwasserspeichers

Setzt sich auf den Heizflächen oder den Heizstäben eine Schicht aus Kalk ab, wirkt diese wie eine Isolierung. Damit geht einher, dass die Wärmeleitung zwischen dem Wasser und dem Heizelement nicht mehr effektiv funktionieren kann. Die Effizienz des Gerätes lässt somit mit steigendem Verkalkungsgrad immer mehr nach.

Das Wasser kann durch die verkalkten Heizstäbe nicht mehr einwandfrei aufgeheizt werden, sodass sich der Verbrauch an Energie erhöht. Daneben wird nur eine geringere Menge warmes Wasser zur Verfügung gestellt. In extremen Fällen können die Heizstäbe aufgrund sehr starker Verkalkungen auch überhitzen und durchbrennen. Der dabei entstehende Schaden führt häufig dazu, dass der Boiler beziehungsweise der Warmwasserspeicher vollständig ausfällt.

Nicht zu vernachlässigen ist außerdem, dass sich der wasserunlösliche Kalk ebenfalls am Boden und an den Innenwänden des Gerätes gemeinsam mit weiteren Partikeln, wie beispielsweise Rost, absetzt. In dieser Art Schlamm, die auch als Boilersumpf bezeichnet wird, wird die Entstehung von gesundheitsgefährdenden Bakterien, wie beispielsweise Legionellen, stark begünstig. Wird die Wassertemperatur des Boilers regelmäßig erhöht, kann die Bildung von Bakterien zwar generell verhindert werden, allerdings verstärkt sich dabei auch die Kalkbildung. Idealerweise sollte die Temperatur des Warmwasserspeichers aus diesem Grund auf 55 bis 60 Grad Celsius eingestellt werden.

Ein weiteres Argument, welches für das regelmäßige Entkalken des Gerätes spricht, besteht darin, dass so die Gelegenheit geschaffen wird, eine Überprüfung der Schutzanode vorzunehmen und diese – falls nötig – gegen eine neue zu tauschen. Die Schutzanode erfüllt die Funktion, zu verhindern, dass es an den Speicherwänden oder der Heizspirale zu Korrosionen kommt. Zeigt sich die Anode als verkalkt oder verbraucht, kann sie ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen und muss demnach ausgetauscht werden.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: So wird der Warmwasserspeicher entkalkt

Zur Vorbereitung der Entkalkung des Warmwasserspeichers sollten Zubehör und Werkzeuge, die für die Arbeit benötigt werden, bereits griffbereit sortiert werden. Ein Schlauch wird dabei nötig, um den Boiler beziehungsweise den Speicher zu entwässern. Aus diesem Grund muss dieser eine ausreichende Länge aufweisen, sodass der nächstliegende Abfluss von dem Gerät aus mit dem Schlauch erreicht werden kann.

Im nächsten Schritt wird der Warmwasserspeicher vom Stromnetz getrennt. Hobby-Handwerker schalten dabei jedoch lediglich das Gerät stromlos, wenn ein herkömmlicher Schutzkontakt-Stecker an diesem vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, sollte die Arbeit ausschließlich von einem Fachmann ausgeführt werden. Für den Warmwasserspeicher sind außerdem sämtliche Sicherungen abzuschalten und gegen ein versehentliches Wiedereinschalten zu sichern.

Danach wird die Wasserzufuhr abgeschaltet, damit eine vollständige Entleerung des Geräts möglich wird. Der Schlauch ist dafür an dem Entleerungsventil zu befestigen. Dieses befindet sich in der Regel am unteren Rand des Warmwasserspeichers neben dem Kaltwasserzufluss. Ist an dem Gerät kein entsprechendes Entleerungsventil zu finden, ist es nötig, den Kaltwasserzufluss zu demontieren. Um sicherzustellen, dass das Wasser aus dem Speicher vollständig herausfließt, sollten in der Dusche oder am Waschbecken die Wasserhähne geöffnet werden.

Wurden diese vorbereitenden Maßnahmen ausgeführt, wird der Reinigungsflansch geöffnet und der Heizstab herausgenommen. Der Heizstab ist dann gründlich zu reinigen. Daneben sollte nicht vernachlässigt werden, im Inneren des Gerätes ebenfalls eventuelle Verkalkungen und den Boilerschlamm zu entfernen.

Der Großteil der Verkalkungen lässt sich im Zuge der mechanischen Reinigung entfernen. Zeigen sich jedoch einige Stellen als hartnäckiger, ist ein Entkalkungsmittel zu verwenden. Mit diesem ist vor allem eine schonendere und effektivere Reinigung der Innenwände des Gerätes möglich. Herkömmliche Entkalker können jedoch auch durch wirksame Hausmittel-Alternativen ersetzt werden, wie etwa Zitronensäure oder verdünnte Essig-Essenz.

Falls es ihr Zustand nötig werden lässt, ist im Anschluss die Schutzanode des Warmwasserspeichers auszutauschen. Wurde dieser Schritt bewältigt und die Innenwände sowie der Heizstab ordentlich entkalkt und von Schlamm befreit, wird der Warmwasserspeicher wieder zusammengebaut. Dabei wird außerdem die Dichtung ersetzt. Nachdem das Gerät ordnungsgemäß verschlossen wurde, wird die Wasserzufuhr wieder angeschlossen und der Speicher mit Kaltwasser aufgefüllt. Erst danach darf der Strom wieder eingeschaltet werden.

Abschließend sollte durch das Gerät eine gewisse Menge an warmem Wasser laufen gelassen werden, damit sichergestellt ist, dass eventuelle Rückstände des Entkalkers herausgespült werden. Daneben ist natürlich die korrekte Funktion des Gerätes zu überprüfen. Generell wird empfohlen, die Entkalkung des Warmwasserspeichers in einem regelmäßigen Abstand von vier Jahren vorzunehmen.

Foto: Sigmund/unsplash.com