Moderne Geflieste Badezimmerwand

Fliesen auf bereits vorhandene Fliesen verlegen

Heutzutage sind im Handel glücklicherweise einige innovative Materialien zu finden, die es erlauben, neue Fliesen auch auf bereits vorhandenen Fliesen anbringen zu können. Für versierte Hobby-Handwerker sollte es dabei auch kein Problem darstellen, diese Arbeit in Eigenregie auszuführen.

Fliesen auf vorhandenen Fliesen verlegen – Wie funktioniert das?

Um zu gewährleisten, dass die neuen Fliesen auch einen sicheren Halt finden, geht eine besonders große Bedeutung von der Verwendung des richtigen Klebers aus. Empfehlenswert ist es in diesem Zusammenhang beispielsweise, auf Flex- beziehungsweise Fliesenkleber auf Zementbasis zu setzen, daneben ist jedoch auch gebrauchsfertiger Dispersionskleber geeignet.

In zementären Flexklebern sind Kunststoffzusätze enthalten, welche dafür sorgen, dass dem neuen Fliesenbelag auf den alten Fliesen eine bessere Haftung im Vergleich zu herkömmlichen Zementkleber ermöglicht wird. Eingesetzt werden kann der Flexkleber dabei sowohl auf Böden als auch auf Wänden.

Dispersionskleber werden dagegen aus wassergelösten Kunststoffen gefertigt. Ihre Verarbeitung erfolgt daher ohne ein selbstständiges Anmischen. Allerdings werden diese im Rahmen einer Trocknung statt einer Zementbindung ausgehärtet. Sie zeichnen sich durch ihre effektive Klebewirkung aus und sind daher auch für die Verwendung auf glatten Fliesenbelägen bestens geeignet. Jedoch sollte bei ihnen beachtet werden, dass sie in der Regel sehr lange Trocknungszeiten benötigen und gegenüber Frost keine Beständigkeit aufweisen. Aus diesem Grund können sie nur im Innenbereich genutzt werden.

Der jeweilige Haftgrund für den Fugenmörtel und die Grundierung wird abhängig von dem genutzten Kleber ausgewählt. Idealerweise stammen die beiden Produkte dabei vom gleichen Hersteller. Grundsätzlich sind außerdem stets die individuellen Packungshinweise zu beachten.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung: Neue Fliesen auf einem alten Fliesenbelag verlegen

Wie vorzugehen ist, um neue Fliesen erfolgreich auf einem bereits vorhandenen Fliesenbelag anzubringen, wird in der folgenden Schritt-für-Schritt-Anleitung ausführlich im Detail erklärt.

Ermittlung des Materialbedarfs

Um zu ermitteln, welche Materialien in welcher Menge für die anstehende Arbeit benötigt werden, müssen im ersten Schritt die Bereiche definiert werden, die neu verfliest werden sollen. Ihre Boden- beziehungsweise Wandfläche ist dazu demnach präzise zu vermessen.

Eine besonders individuelle Gestaltung des neuen Fliesenbelags ist möglich, indem auch besondere Dekorfliesen oder Bordüren genutzt werden. Wichtig ist, dass stets rund zehn Prozent Verschnitt bei der Materialberechnung einkalkuliert werden. Für eventuelle zukünftige Reparaturen ist es außerdem sinnvoll, ein zusätzliches Paket Fliesen als Reserve zu erwerben.

Prüfung und Vorbereitung des Untergrunds

Der Untergrund ist dahingehend zu überprüfen, ob sich dieser als stabil, eben, trocken und sauber zeigt, unabhängig davon, ob die Fliesen auf dem Boden oder an der Wand verlegt werden.

Indem die vorhandenen Fliesen mit einem Gummihammer vorsichtig abgeklopft werden, lässt sich herausfinden, ob diese eine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen. Falls im Zuge des Abklopfens ein Wackeln oder ein hohler Klang festgestellt werden kann, müssen die entsprechenden Fliesen entfernt werden.

Sämtliche Unebenheiten sind außerdem durch die Nutzung von Spachtelmasse auszugleichen. Hinsichtlich ihrer Trocknungszeit sind die individuellen Herstellerangaben zu beachten. Daneben ist die vollständige Fläche gewissenhaft von Schmutz und Fettrückständen zu befreien. In einigen Fällen ist es auch sinnvoll, Anti-Schimmel-Mittel zu verwenden, um eventuelle Schimmelrückstände auf den alten Fliesen vollständig vor der Verlegung der neuen Fliesen zu entfernen.

Grundierung des Fliesenspiegels

Vor dem Ankleben der neuen Fliesen auf dem vorhandenen Belag, muss außerdem noch der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Diese Vorbereitung besteht darin, Quarzsand mit einem vergüteten Haftgrund als Grundierung aufzutragen. Genutzt wird dazu eine Schaumstoffrolle, die sicherstellt, dass die Grundierung gleichmäßig aufgebracht wird. Auch hier hängt die genaue Trocknungszeit wieder von den jeweiligen Hinweisen des Herstellers ab.

Durch die Grundierung wird dem Fliesenkleber im Anschluss der nötige Halt auf den glatten Fliesen geboten. Es werden dabei ausschließlich die Bereiche mit der Grundierung versehen, die umgehend mit den neuen Fliesen ausgestattet werden, da im Laufe der Zeit die Haftung der Grundierung nachlässt.

Sollte noch ein Zuschnitt der neuen Fliesen nötig sein, sollte für die Randfliesen grundsätzlich ein spezielles Schneidgerät mit Diamantlochfräsenaufsatz verwendet werden. Mithilfe einer Fliesenbrechzange oder einer Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz können auch runde Schnittformen in den Fliesen realisiert werden.

Auftrag des Fliesenklebers

Um die Fliesen zu verkleben, besteht generell die Auswahl zwischen Flexmörtel und Dispersionskleber.

Während des Umgangs mit dem Fliesenkleber darf nicht auf das Tragen einer Schutzbrille und Handschuhen verzichtet werden. Aufgebracht wird der Klebe mithilfe einer Traufel oder einer Kelle direkt auf den Untergrund. Geglättet wird dieser dann mithilfe eines Zahnspachtels, welcher dabei in einem 45-Grad-Winkel zu halten ist.

Sichergestellt werden sollte außerdem, dass wirklich nur die Menge an Fliesenkleber aufgetragen wird, die in einer Zeit von rund 30 Minuten verarbeitet werden kann. Abhängig von dem individuellen Arbeitstempo sind dies ungefähr ein bis 1,5 Quadratmeter. Falls der Kleber bereits eine zu hohe Durchtrocknung aufweist, wenn die Fliesen angelegt werden, können diese nämlich nicht mehr richtig halten.

Verkleben der Fliesen

Im Rahmen der Verklebung der Fliesen werden diese in das Kleberbett mit einer leichten Drehbewegung eingedrückt. Um sicherzustellen, dass ein regelmäßiger Abstand zwischen den einzelnen Fliesen eingehalten wird, sollten Fliesenkreuze verwendet werden.

Stichprobenartig ist während dieses Arbeitsschrittes außerdem zu überprüfen, ob die Rückseite der Fliesen über ausreichend Kleber verfügt. Die Rückseite sollte sich mindestens zu 80 Prozent als bedeckt zeigen. Mithilfe eines Gummihammers werden die Fliesen dann noch zusätzlich leicht angeklopft.

Damit sich die Abschlusskanten als ordentlich und sauber zeigen, können für Wandfliesen optional auch Abschluss- und Eckprofile oder Fliesenschienen genutzt werden. Werden Bodenfliesen verlegt, ist es nötig, zur Wand mindestens eine Fugenbreite Abstand zu lassen. Bei der Planung des Fliesenbelages muss bei Dehnungsfugen im Estrich außerdem selbstverständlich die jeweilige Dehnungsfuge einkalkuliert werden. Die Dehnungsfuge sollte die gleiche Breite auch an den Stellen aufweisen, an denen der Übergang zu anderen Bodenbelägen oder Räumen zu finden ist.

Verfugen der Fliesen

Eine wichtige Rolle spielen natürlich auch die Fugen zwischen den einzelnen Fliesen, da diese als Ausgleich für Spannungen und Bewegungen dienen. Vor dem Aushärten des Klebers – welches im Durchschnitt rund 60 Minuten in Anspruch nimmt – sind Anschluss-, Eck- und Fliesenfugen mithilfe eines Holzkeils zu säubern. Nach einer Zeit von mindestens 24 Stunden beziehungsweise der vollständigen Aushärtung des Fugenklebers, wird der flexible Fugenmörtel angerührt. Seine Konsistenz sollte dabei einem sämigen Brei entsprechen. Hinsichtlich seiner nötigen Reifezeit sind wiederum die individuellen Herstellerangaben zu berücksichtigen.

Im Zuge der Verarbeitung des Fugenmörtels sollte nicht auf das Tragen von Gummihandschuhen verzichtet werden. Gleichmäßig wird der Mörtel dann verteilt und mithilfe einer Gummirake oder eines Fugengummis in die Fugen diagonal eingedrückt.

Zeigt sich an einigen Stellen überschüssiger Mörtel, ist dieser sorgfältig abzustreichen. Eventuelle Reste werden nach dem Antrocken mit einem feuchten Schwamm entfernt. Vorgegangen werden sollte dabei in schlangenähnlichen Bewegungen, um zu verhindern, dass die bereits gesäuberten Fliesen wieder durch einen unschönen Zementschleier bedeckt werden. Mithilfe eines trockenen und sauberen Tuches werden die letzten Schleier dann im nächsten Schritt entfernt. Im Anschluss erfolgt das Verfugen mit einer dauerelastischen Dichtmasse, wie etwa Silikon, in sämtlichen Anschluss-, Eck- und Dehnungsfugen.

Die richtige Technik und die nötigen Markierungen

Die Verlegung von Wandfliesen erfolgt grundsätzlich symmetrisch. Aus diesem Grund wird sowohl eine waagerechte als auch eine senkrechte Grundlinie benötigt, die mithilfe einer Wasserwaage eingezeichnet wird.

Die erste Reihe der Fliesen beginnt dann an der waagerechten Linie. Soll das Verfliesen nicht in der vollen Raumhöhe erfolgen, stellt diese die obere Grenze dar. Die Fliesenverlegung wird danach an der senkrechten Markierung fortgeführt, sodass die Form eines Ts gebildet wird. An der Grundlinie kann entweder die Mitte einer Fliese oder eine Fuge platziert werden. Vor dem Beginn der Arbeiten ist jedoch auch der jeweiligen Fugenstärke Aufmerksamkeit zu schenken: Zu empfehlen ist eine Dicke von einem Millimeter bei rektifizierten Fliesen, drei Millimeter sollte die Dicke bei gepressten Fliesen aufweisen. An äußeren Ecken wird stets mit ganzen Fliesen begonnen.

Werden neue Bodenfliesen verlegt, ist es nötig, die Mitte der Raum-Stirnseite zu ermitteln. Dort wird dann parallel zur seitlichen Wand eine Linie eingezeichnet oder eine Richtschnur verlegt.

Mit einer Kante oder der Mitte einer Fliese wird die erste Reihe entlang der jeweiligen Linie gelegt. Entlang der Stirnseite wird im Anschluss die Verlegung in einer umgedrehten L-Form fortgesetzt. Die Raummitte lässt sich bestimmen, indem die Fliesen zur Probe im Kreuz in dem Raum ausgelegt werden. Dort ist dann die Richtschnur zu spannen beziehungsweise die Linienzeichnung vorzunehmen.

Eine Dehnungsfuge muss im Übrigen immer eingeplant werden, wenn der Boden mit einer Fußbodenheizung ausgestattet ist. Allerdings ist diese nicht mit einer Quarzsand-Zementmischung sondern mit Flexfugenmörtel zu verfugen, um zu verhindern, dass sich im Laufe der Zeit Risse bilden.

Foto: spa-ambiente.de