Helles Bad mit freistehender Badewanne am Fenster

Badewanne streichen & lackieren: So erstrahlt die Wanne in neuem Glanz

Nach einer gewissen Zeit ist es ganz normal, dass die Badewanne an ihrer Oberfläche gewisse Abnutzungserscheinungen und Kratzer zeigt. Sofern sich die Wasserrohre und die Badewanne jedoch grundsätzlich noch in einem guten Zustand befinden, ist es keinesfalls notwendig, das Sanitärobjekt vollständig auszutauschen.

Schließlich ist ein Austausch der Badewanne stets mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden. Dagegen gestaltet sich ein Streichen der Wanne wesentlich günstiger und zeitsparender. Wie das funktioniert und worauf dabei zu achten ist, erklärt der folgende Beitrag.

Badewanne streichen – Der richtige Zeitpunkt

Die ideale Temperatur, um die Badewanne mit einem neuen Anstrich zu verwöhnen, liegt bei 23 Grad Celsius. Somit stellt die Heizperiode grundsätzlich einen empfehlenswerten Zeitpunkt für den Anstrich dar, da sich die Badezimmertemperatur dann gut kontrollieren lässt. Wichtig für ein erfolgreiches Streichen ist auch, dass die Raumtemperatur während der Arbeit möglichst nicht schwankt.

Das Streichen ist darüber hinaus so zu planen, dass das Badezimmer nach dem Lackieren von niemandem betreten wird. Das Streichergebnis kann nämlich massiv beeinträchtigt werden, wenn Staubkörner im Badezimmer aufgewirbelt werden. Der Lack ist nach rund fünf Stunden angetrocknet. Handelt es sich um eine Badewanne aus Sanitäracryl, muss die Zeit für die Trocknung der Grundierung ebenfalls beachtet werden.

Für fünf Tage darf der Lack nach dem neuen Anstrich noch nicht mit Wasser in Kontakt kommen.

Das nötige Equipment

Um die Badewanne zu streichen, sind natürlich ein paar Arbeitsmittel und Werkzeuge nötig. Zu diesen gehören:

  • Schleifpapier mit P120 und P360 Körnung
  • Schwamm
  • Entkalker auf Zitronensäurebasis oder Zitronensäure
  • Fusselfreie Tücher
  • Cuttermesser
  • Abdeckfolie und Malerkrepp
  • Spiritus oder Silikonentferner
  • Sanitär-Reparaturstift oder Epoxidharz
  • Staubbindende Tücher
  • Farbwanne, Farbrolle und Pinsel
  • Badewannenlack

Die Vorbereitungen zum Streichen

Im Zuge der Vorbereitung des Streichens muss die Badewanne überaus sorgfältig gereinigt werden. Es ist essentiell, dass keinerlei Verschmutzungen mehr in der Badewanne vorhanden sind, ansonsten kann der Anstrich nicht gelingen.

Der erste Schritt besteht somit darin, alle Gegenstände, die sich rund um die Badewanne befinden, wegzuräumen. Dies betrifft sämtliche Ablageflächen, Regale, Badvorleger, Vorhänge und Handtücher. Dann wird das Badezimmer so gründlich gereinigt, dass sich im Raum möglichst kein Staub mehr befindet.

Unter die Badewanne wird eine Folie gelegt, die unterhalb der Silikonfugen der Wanne mithilfe von Malerkrepp befestigt wird. Nun wird das Cuttermesser genutzt, um die Silikonfugen zu entfernen. Wichtig ist dabei, dass das entfernte Silikon nicht in die Badewanne, sondern auf die Abdeckung fällt. Die Fuge muss mehrere Male nachgeschliffen und gründlich gereinigt werden – dafür wird Spiritus oder Silikonentferner genutzt. Die Folie kann im Anschluss abgenommen werden.

Im nächsten Schritt müssen die Fugen um die Badewanne mit Malerkrepp abgeklebt und die Badewanne erneut gründlich gesäubert werden. Die Reinigung erfolgt erst mit Badreiniger, bevor die Oberfläche mit dem Entkalker bearbeitet wird. Dieser muss auf die gesamte Oberfläche gegeben und mithilfe eines Schwamms verrieben werden. Danach wirkt die Zitronensäure für rund zehn Minuten ein, bevor die Badewanne gründlich mit Wasser ausgespült und abgetrocknet wird. Die Armaturen können vor möglichen Farbspritzern bewahrt werden, indem diese ebenfalls abgeklebt und mit Folie umwickelt werden. So wird außerdem verhindert, dass sich während des Streichens Tropfen lösen.

Nun wird der der alte Lack der Wanne abgeschliffen. Begonnen wird dabei mit einem P120-Schleifpapier, danach folgt das Papier mit der P360-Stärke. Im Anschluss werden sämtliche abgeschliffenen Lackteile mit dem staubbindenden Tuch entfernt.

Nachdem das Abschleifen bewältigt wurde, wird ein wenig Silikonentferner und das fusselfreie Tuch genutzt, um noch einmal durch die Badewanne zu gehen. Dadurch wird sichergestellt, dass in der Wanne keinerlei Silikonreste verbleiben.

Bestehen an der Badewanne kleinere Schäden, werden diese mit dem Epoxidharz repariert. Sind diese Stellen vollkommen getrocknet, wird die Badewanne ein weiteres Mal entstaubt.

Der Auftrag der Farbe

Während des Streichens der Wanne müssen alle Fenster im Badezimmer geschlossen sein, da ansonsten Staub durch sie hereinkommen könnte. Daneben sollten alle Bewegungen langsam und bedacht ausgeführt werden, damit ebenfalls kein noch vorhandener Staub aufgewirbelt wird. Auch die Kleidung sollte unbedingt fusselfrei sein. Kommt ein Staubfussel mit dem frischen Lack in Berührung, lässt sich dieser nämlich kaum noch entfernen.

Wenn es sich um eine Sanitäracrylwanne handelt, wird zu Beginn die Grundierung aufgetragen. Bei Badewannen aus Emaille, Stahl oder Keramik wird der Härter und der Lack nach der jeweiligen Herstelleranleitung zusammengemischt. Die Mischung wird für rund zwei Minuten verrührt und dann in die Farbwanne umgefüllt. Danach sollte das Streichen umgehend beginnen, denn der Lack kann nur für circa 50 Minuten problemlos verarbeitet werden.

Die Stellen, die im Vorfeld repariert wurden, werden erst mit einem Pinsel übergestrichen, damit sie eine Grundierung erhalten. Danach wird der obere Badewannenteil, der Umlauf und die Ecken mit dem Pinsel lackiert. Der Lack ist dabei stets sparsam aufzutragen, damit keine Farbnasen auftreten. Sobald der obere Teil fertiggestellt ist, wird mit der Farbrolle in Längs- und Querbewegungen über die Wanne gestrichen. Auch die ausgebesserten Stellen werden dabei noch einmal überstrichen.

Nach dem Streichen

Nach dem Streichen selbst ist das Badezimmer für fünf Stunden nicht zu betreten und auch die Fenster müssen geschlossen bleiben, denn in dieser Zeit besteht eine besonders hohe Anfälligkeit des frischen Lacks für Staub. Setzt sich in dieser Zeit etwas in der Wanne ab, kann es in der Regel nicht entfernt werden.

Die Temperatur im Badezimmer sollte konstant auf 23 Grad Celsius gehalten werden. Das Kreppband kann nach einem Tag vorsichtig entfernt werden – der Lack ist dann weitestgehend getrocknet. Die Silikonfugen können nach anderthalb Tagen erneuert werden. Allerdings ist ein Abstützen auf der Wanne dabei unbedingt zu vermeiden, da noch keine vollständige Aushärtung des Lacks eingetreten ist.

Die Badewanne ist nach fünf Tagen wieder nutzbar. Damit keine Spannungsrisse auftreten, sollte die Wassertemperaturen zu Beginn jedoch nur langsam erhöht werden.

Foto: spa-ambiente.de