Blick aus offenem Badezimmerfenster ins Grüne

Bad Belüftung: Richtig lüften für frische Luft im Bad

Das Badezimmer ist durch das Baden oder das Duschen im Alltag sehr viel feuchter Luft ausgesetzt. Dadurch können die Badmöbel schnell aus den Fugen geraten und die Entstehung von Schimmel wird gefördert. Dazu mischen sich zusätzlich Toiletten-Gerüche, die ebenfalls zu einer unangenehmen Luft im Badezimmer beitragen.

Dies zeigt, dass es auf frische Luft im Bad in höchstem Maße ankommt. Für diese kann entweder durch eine mechanische Lüftung oder durch Fenster gesorgt werden. Was hinsichtlich der korrekten Lüftung des Badezimmers zu berücksichtigen ist und wodurch sich die unterschiedlichen Lüftungsmechanismen auszeichnen, erklärt der folgende Beitrag.

Die Fensterlüftung

Das Bad kann durch Fenster besonders einfach, schnell und günstig mit frischer Luft versorgt werden. In den kalten Monaten mag es zwar ein wenig Überwindung kosten, das Fenster zu öffnen und frische Luft hereinzulassen, verzichtet werden kann darauf jedoch nicht.

Im Bereich der Fensterlüftung kann zwischen verschiedenen Lüftungsarten unterschieden werden, beispielsweise dem Quer-, Stoß-, und Kipplüften. Wie lange gelüftet werden sollte, ist stets von den herrschenden Außentemperaturne abhängig. Das Fenster darf so im Winter nicht allzu lang geöffnet bleiben, da die Wände ansonsten zu stark auskühlen und viel Heizenergie benötigt wird. Schimmel kann sich auf kalten Wänden besonders schnell bilden, da es auf ihnen zu einer verstärkten Kondensation der feuchten Luft kommt.

Im Rahmen des Querlüftens werden Tür und Fenster weit geöffnet, sodass ein starker Luftzug geschaffen wird. Auf diese Art können unangenehme Gerüche und feuchte Luft besonders schnell aus dem Badezimmer vertrieben werden. Damit die feuchte Luft jedoch nicht in die benachbarten Räume gelangt, sollten auch in diesen die Fenster geöffnet werden. Im Winter bietet sich ein Lüften zwischen drei bis fünf Minuten an, im Sommer sind auch zehn bis 20 Minuten möglich.

Die Zeit des Lüftens verlängert sich, wenn die Tür geöffnet, das Fenster jedoch lediglich gekippt wird. Dafür wird allerdings der Durchzug reduziert. Für dieses Lüften sind im Winter fünf bis sieben Minuten und im Sommer 15 bis 30 Minuten sinnvoll.

Bleibt die Tür des Badezimmers geschlossen und es wird lediglich das Fenster geöffnet, gelangen die Gerüche und die Feuchtigkeit nicht in die benachbarten Räume. Die Lüftungsdauer fällt dabei jedoch länger aus – im Winter sechs bis acht Minuten und im Sommer 20 bis 30 Minuten.

Wird das Fenster bei geschlossener Badezimmertür lediglich gekippt, fällt die Lüftungsleistung am schwächsten aus. Es kann somit einige Zeit dauern, bis in das Badezimmer wieder frische Luft einzieht. Besonders im Winter sollte auf diese Methode verzichtet werden, da die Wände neben dem Fenster so sehr stark auskühlen. Im Sommer kann das Fenster allerdings durchaus drei bis sechs Stunden am Tag gekippt werden.

Die Häufigkeit der Lüftung

Wie häufig gelüftet werden sollte, ist davon abhängig, wie intensiv das Badezimmer genutzt wird. Frische Luft muss auf jeden Fall nach jedem Duschen und Baden hereingelassen werden. Wird das Badezimmer eher selten benutzt, können die Fenster dennoch ab und zu geöffnet werden, um für einen angenehmen Luftaustausch zu sorgen.

Ideal ist es, wenn die Luftfeuchtigkeit im Badezimmer mithilfe eines Hygrometers kontrolliert wird. In dem Raum beträgt diese zwar nur selten weniger als 50 Prozent, jedoch können bei zu hohen Werten umgehend Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Generell gilt, dass im Winter im Badezimmer durchgehend geheizt werden muss, damit sich das Risiko für die Schimmelbildung nicht unnötig erhöht. Ideal ist eine Temperatur zwischen 20 und 24 Grad Celsius.

Das mechanische Lüften

Ist eine mechanische Lüftung vorhanden, wird das Badezimmer über eine dezentrale oder eine zentrale Belüftung mit frischer Luft versorgt.

Handelt es sich um eine zentrale Lüftung, ist eine Haustechnikanlage vorhanden, die für das gesamte Haus zuständig ist. Diese Anlagen sind in der Regel mit einem Wärmetauscher verbunden, welcher die Wärme aus der Abluft an die Zuluft transportiert, sodass ein möglichst geringer Energieverlust entsteht. Allerdings ist die dezentrale Belüftung im Badezimmerbereich wesentlich häufiger zu finden. Bei dieser ist im Raum selbst ein Gerät zu finden, welches den Luftaustausch übernimmt.

Die mechanische Belüftung des Badezimmers ist zum Beispiel in Form kleiner Badlüfter möglich. Durch eine Öffnung in der Decke oder der Wand transportieren diese die feuchte Luft nach draußen. Sie sollten jedoch unbedingt über eine Rückschlagkappe verfügen, damit es zu keiner zu starken Auskühlung des Raumes kommt, wenn der Ventilator nicht aktiv ist. In der Regel lassen sich die Miniventilatoren über einen separaten Schalter bedienen und weisen eine flexibel einstellbare Nachlaufdauer auf. Möglich – und überaus praktisch – ist es auch, die Lüftung mit einem Lichtschalter zu koppeln. Besonders empfehlenswert sind ebenfalls Ventilatoren, die sich an der jeweiligen Luftfeuchtigkeit orientieren. Diese werden nur aktiv, wenn es nötig ist, wodurch Energie eingespart wird.

Allerdings weisen die Miniventilatoren den Nachteil auf, dass diese auch warme Luft ableiten. So geht viel stets wertvolle Energie verloren. Wesentlich effizienter arbeitet daher ein Ventilator mit Wärmerückgewinnung – dieser transportiert die Wärme der Abluft in die frische Luft. Diese Technik hat jedoch einen gewissen Preis und auch die Montage gestaltet sich aufwendiger.

Reduzierung von Toilettengerüchen

Im Badezimmer kann nicht nur die hohe Luftfeuchtigkeit zum Problem werden, sondern ebenfalls die unangenehmen Toilettengerüche.
Die Lösung für dieses Problem besteht in WCs, die über eine Geruchsabsaugung verfügen. Diese nehmen die Gerüche direkt in der WC-Keramik auf und erweisen sich so als überaus effektiv.

Abb.: ParentRap / pixabay.com